Module

Die Module des Lehrgangs, jeweils kombiniert mit entsprechenden Praxisanteilen, sind folgende:

Modul 1: Theorie und Methodik des Kuratierens

Dozent*innen 2017: Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, Sigrid Gareis und Florian Malzacher (= Block 1ff)
Dozent*innen 2018: Sigrid Gareis, Dorothea von Hantelmann und Tom Sellar

Dieses Modul macht mit dem Berufsbild der Kurator*in bekannt, das seit der Jahrtausendwende Berufsbezeichnungen wie Veranstalter*in, Festival- oder Programmmacher*in zu verdrängen beginnt. Es vermittelt, analysiert und erweitert die theoretischen und methodischen Ansätze des Progammgestaltens und Veranstaltens in den szenischen Künsten und versteht Kuratieren dabei als eine eigenständige Form der Wissensproduktion. Im vergleichenden methodischen Ansatz werden verschiedene internationale Festival- und Programmmacher*innen in ihrer spezifischen Zugangsweise der Gestaltung von Tanz- und Theaterprogrammen vorgestellt. Unterschiedliche Veranstaltungsformate der szenischen Künste werden in ein typologisches Verhältnis gesetzt. Entwickelt wird dabei eine globale Perspektive auf das Kuratieren und Veranstalten.

Modul 2: Kuratierung: Festivals/Tanz- und Theaterinstitutionen

Dozent*innen 2017: Tilmann Broszat, Amelie Deuflhard, Veronica Kaup-Hasler, Matthias Lilienthal (= Block 2 & 3)
Dozent*innen 2018: Stefanie Carp, Chris Dercon, Thomas Schäfer und Alistair Spalding

Dieses Modul wendet die erworbenen kuratorischen Grundkenntnisse auf die wichtigsten institutionellen Einrichtungen im Bereich der szenischen Künste an: die öffentlichen und freien Theaterbühnen sowie die Festivals.

Die Teilnehmer*innen lernen die unterschiedlichen historischen Phasen der Festivalgründungen in Europa kennen und beschäftigen sich mit den Institutionalisierungsphänomenen im freien Tanz und Theater in der jüngeren Vergangenheit. Besonderes Augenmerk wird auf die sog. diskursive Phase der Festivalgründungen seit Ende der 1980er Jahren gelegt. Analysiert wird insbesondere auch die fortschreitende Projektorientierung im Bühnengeschehen der Gegenwart.

Modul 3: Kritik an den Institutionen / Künstler*innenkuratorenschaft

Dozenten 2017: Stefan Hilterhaus, Stefan Kaegi und Prof. Dr. Gerald Raunig (= Block 5 & 7)
Dozenten 2018: Thomas Edlinger und Tomas Zierhofer-Kin

Bei diesem Modul werden die Teilnehmer*innen mit den unterschiedlichen Phasen der Institutionskritik seit den 1960er Jahren bekannt gemacht. Vorgestellt werden darüber hinaus Ansätze des New Institutionalism – d.h. unterschiedliche Initiativen seit den 1990er Jahren, die das Ziel haben, Kulturinstitutionen von innen heraus bewusst und systematisch kunst- und künstlerfreundlich umzugestalten. Das Kennenlernen von alternativen Modellen – insbesondere künstler*innengeleitete Einrichtungen sowie die Analyse der Methoden und Zugänge der sogenannten Künstler*innenkuratorenschaft im szenischen Bereich – sind ein weiterer Fokus dieses Moduls.

Modul 4: Transkulturelles, transdisziplinäres und transmediales Kuratieren

Dozent*innen 2017: Johannes Ebert, Prof. Dr. Nicole Haitzinger und Ong Keng Sen (= Block 4 & 6)

In diesem Modul werden Transdisziplinarität und Transkulturalität als Strategien zur notwendigen Erweiterung eines kuratorischen Kanons vorgestellt und diskutiert. Der sich oftmals entweder disziplin- (Musik, Theater oder Tanz) oder kulturspezifisch („The West and the Rest“) konstituierende Kanon wird in seinen Formierungsmechanismen unter Heranziehung von postkolonialen und transmedialen Theorien problematisiert, argumentativ exponiert und durch bereits existierende oder gemeinsam entworfene Alternativvorschläge aus der kuratorischen Praxis dynamisiert und erweitert.

Modul 5 & 6: Abschlussarbeit und Abschlussprüfung

Prüfungskommission 2017: Prof. Dr. Christopher Balme, Sigrid Gareis, Prof. Dr. Nicole Haitzinger und PD Dr. Katja Schneider (Vorbereitung Abschlussarbeit in Block 6)

Die Abschlussarbeit bezieht sich auf ein konkretes Kuratierungsprojekt der Teilnehmer*innen, das schriftlich ausformuliert und theoretisch und methodisch fundiert werden soll. In der mündlichen Abschlussprüfung vertiefen die Teilnehmer*innen die theoretischen und methodischen Reflexionen ihrer Abschlussarbeit.

Mit dieser Arbeit kann bereits in der Sommerpause begonnen werden.

Durchgehende Praxisorientierung

Gruppenarbeit 2017: Coaching: Angela Glechner (öffentliche Veranstaltung im Salzburger republic am 18. 11. 2017)

Bei jedem Modul und an jedem Wochenendblock wird der Transfer des erworbenen Wissens in die tägliche Praxis des Programmgestaltens gewährleistet. Am Ende des Kurses wird eine  kuratorische Gruppenarbeit der Lehrgangsteilnehmer*innen öffentlich in einem Salzburger oder Münchner Veranstaltungshaus präsentiert.

 

Die vollständige Information zum Universitätslehrgang im offiziellen Curriculum finden Sie hier.